Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Anis m.
Gen. Sg. Anis
Nom. Pl. -
Anis (Pimpinella anisum, ein Doldenblütler) ist eine einjährige krautige Pflanze, die 10 bis 60 Zentimeter hoch wird. Sie blüht mit kleinen, weißen Blüten von Juni bis September. Die im August und September reifenden Früchte sind kleine, trockene, zweiteilige, eiförmige Spaltfrüchte. Anis gedeiht in gemäßigtem Klima. In Europa wird der Anis zunehmend durch den nicht näher verwandten, ertragreichen und daher billigeren Echten Sternanis (Illicium verum) verdrängt.
Die Früchte werden für Backwaren, Süßwaren und Liköre verwendet. Da der Geschmack sehr intensiv ist, wird das Gewürz gestoßen oder gemahlen (Anis: Wortfeld • Gegenwartsdeutsch • Kollokationen • Mit Verben) und muss sehr vorsichtig dosiert werden.
Außerdem wirkt das ätherische Öl der Pflanze (Anethol) schleimlösend, krampflösend und blähungstreibend. Aufgüsse und Tees werden daher als Hustenmittel und bei Magen-Darm-Beschwerden angewendet.
Das Benennungsmotiv bei den (nicht sehr zahlreichen) vergleichenden Komposita ist der intensive und charakteristische Geruch der Pflanze, der auf Pflanze und Pilze übertragen wird (Aniskerbel m. "Süßdolde, Myrrhis odorat", Anislabkraut n. "Galium verrucosum, eine Labkrautgattung", Anischampignon m. "Agaricus arvensis, ein nach Anis riechender Champignonverwandter", Anistäubling m. "Russula fragrantissima, ein Täublingsverwandter", Anistrichterling m. "Clitocybe odora, ein Ritterlingsverwandter", Aniszähling m. "Lentinellus cochleatus, ein Ohrlöffelstachelingsverwandter".