Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Fleiß m.
Gen. Sg. Fleißes
Nom. Pl. kein Plural
 
(in Bearbeitung)
Fleiß hat wie andere menschliche Eigenschaften, die als Tugenden aufgefasst werden, im 20. Jahrhundert eine starke Umbewertung erfahren: In der ersten Hälfte waren diese Tugenden sehr geschätzt. In der zweiten Hälfte wurden sie als preußische Tugenden oder Sekundärtugenden vor dem Hintergrund der Erfahrung zweier von Deutschland ausgegangener Weltkriege zunehmend kritisch gesehen. In der Erziehung und in der Arbeitswelt sind sie aber bis heute hoch angesehen. Mit der Genderdebatte erfolgte jedoch auch in diesen Bereichen eine differenzierte Bewertung, wenn etwa Mädchen und Frauen als besonders fleißig, aber dabei als weniger erfolgreich als Jungen und Männer betrachtet werden. Fleiß wird ferner bei der Diskriminierung von Ausländern oder anderen Völkern als Kriterium der Bewertung herangezogen.

Autorinnen: Bettina Bock/Dorottya Zsófia Koppenhagen