Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Gesäß n.
Gen. Sg. Gesäßes
Nom. Pl. Gesäße
Als Gesäß bezeichnet man denjenigen Körperteil am hinteren unteren Rumpfende, auf dem man sitzt. Das Wort wird demnach in erster Linie bei Menschen und bei denjenigen Tieren verwendet, die eine menschenähnliche Sitzhaltung einnehmen können, also vor allem Primaten, aber auch Hunde, Bären u.ä.
Das menschliche Gesäß besteht aus den zwei halbkugelförmigen, spiegelsymmetrischen Gesäßbacken, die von der Analrinne (Crena ani) getrennt werden. Die knöcherne Grundlage wird durch die beiden Sitzknochen (Os ischii) gebildet, die anatomisch zum Becken gehören. Die Gesäßmuskulatur besteht aus dem großen, dem mittleren und dem kleinen Gesäßmuskel (Musculus gluteus maximus, medius und minimus). Außerdem besteht das Gesäß aus ausgeprägten Fettpolstern, die ein längeres Sitzen ermöglichen.
Unter den zahlreichen Synonymen und Teilsynonymen für die menschliche Gesäßregion ist Gesäß das neutralste Wort. Es ist aber in der Alltagssprache weniger gut verankert als das stilistisch etwas niedrigere Hintern oder das derbe Arsch, das in vielen Dialekten sogar das übliche Wort ist. Gelegentlich weichen Sprecher auf das lateinische, vermutlich über die Studentensprache vermittelte Podex oder auf die dazugehörigen, kindersprachlichen Kurzformen Po oder Popo aus. In der jüngeren Gegenwartssprache dringt jedoch vor allem Arsch zunehmend auch in die Schriftsprache ein, was sich in zahlreichen neuen Komposita und insgesamt in einer höheren Verwendungsfrequenz niederschlägt.
Das menschliche Gesäß hat einerseits eine erotische Konnotation, andererseits gilt es wegen der Nähe zum Darmausgang auch als unsauber. Da aber für das Wort Gesäß, anders als für Arsch, die beiden Gesäßbacken das saliente Benennungsmotiv darstellen, sind beide Konnotationen deutlich schwächer ausgeprägt als bei den Synonymen. Die Verwendung beschränkt sich vielmehr weitgehend auf eher ästhetische Wahrnehmung, die sich auf Form und Volumen der Gesäßbacken beziehen. Die Konnotation "Ausdauer", die über das Motiv "Fähigkeit, lange zu sitzen" vermittelt ist, lässt sich in der Gegenwartssprache bei Gesäß kaum nachweisen, da dafür das Synonym Sitzfleisch verwendet wird. Auch im Verwendungskontext "Prügel", dessen Bedeutung durch das Verbot und die gesellschaftliche Ächtung der Prügelstrafe ja ohnehin zurückgeht, wird normalerweise eher Hintern oder Arsch als Gesäß verwendet.