Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Honig m.
Gen. Sg. Honigs
Nom. Pl. Honige

Metapher

  • honigsüß (2) übertrieben freundlich, schmeichlerischFelix Knopp manövriert mit honigsüßen Phrasen, Brutalität oder Kriecherei (Berliner Zeitung, 05.12.2005). - Danzig wurde mit honigsüßen Worten erwähnt, denn der Raub Prags war damals ja noch nicht erfolgt (Akten der Nürnberger Prozesse, 1946).
  • honigtriefend (3) übertrieben freundlich, schmeichlerisch Du hast dich statt für honigtriefende Schmeicheleien für schlichte Ehrlichkeit entschieden (Stroud, Lockwood & Co., 2016). - dieses gegenseitige Wetteifern in wortreichen, honigtriefenden Schmeicheleien erinnert fast an chinesische Höflichkeitsfloskeln (Kritischer Jahresbericht über die Fortschritte der Romanischen Philologie 13, 1915).
  • Honigauge n. sanftes Auge Fred fällt in die Honigaugen einer Frau hinein wie in einen Honigtopf (Der Tagesspiegel, 20.12.1999). - Wissen Sie, Pastor, Herr Pichwit ist nämlich in meine Frau verliebt, unsterblich verliebt, so wie man es in englischen Romanen ist. Na ja – natürlich – warum nicht? Mir macht das großen Spaß. Die Honigaugen! (Keyserling, Dumala, 1907).
  • Honigmaul n. (1) naschhafte Person Aber was ein richtiges Honigmaul ist, das fällt einen ganzen Stamm, um an eine Wabe heranzukommen (Mohl, Im Banne Buddhas, 1969).
  • Honigmaul n. (2) schönredende Person Er scharwenzelte so beflissen um sie herum, dass wir Jungen ihn unter uns nur Mr. Honigmaul nannten (Székely, Verlockung, 2016).
  • Honigmund m. Mund einer liebenswerten Person Ihr Lächeln beim Gang zur Kantine, ihr Honigmund zum Gruß. An dieser Liebelei war nichts Besonderes (Ratut, Welt unter Sechs, 2015).
  • Honigstimme f. warme, angenehme Stimme Die warme Honigstimme von Sänger Tunde Adebimbe schwebt dabei stets über dem Schlachtfeld (Die Zeit, 19.08.2004). - Und Jean Farel verfluchte in seiner Seele seine eigenen braunen Locken, seine beinahe schwarzen Blinkaugen, seine Honigstimme, seine ganze Schönheit für Weiber, womit ihn Gott geschlagen hatte (Deutsche Rundschau 150, 1912).
  • Honigmonat m. Flitterwochen Wenn der Honigmonat der Eheleute ebenso beschaffen ist, so sollte man jeder Braut einen Regenschirm und jedem Bräutigam ein Paar Galoschen als Aussteuer schenken (Die Zeit, 16.12.1983). - Daß der Honigmonat zu der schönsten Zeit einer Ehe zählt ist allbekannt, weniger die Herkunst des Wortes (Bienenvater 44, 1912).
  • Honigmond m. Flitterwochen Längst gibt es auf Hochzeitsreisen spezialisierte Veranstalter, denen kein Honigmond zu süß, kein Ritual zu fremd ist, kein Wasser zu tief und kein Vulkan zu heiß, als dass sie die Angereisten dort nicht trauen würden: balinesisch, kenianisch oder schottisch, auf jeden Fall paradiesisch (Der Tagesspiegel, 03.01.2003). - Ein jedes Mädchen kennt die Flitterwochen, und manche Braut träumt von der Zeit des Honigmonds (Christ, Erinnerungen einer Überflüssigen, 1912).
  • Honigwochen f.Pl. Flitterwochen Honigwochen, soviel wie Flitterwochen (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v.).
  • Honigkuss m. besonders angenehmer Kuss Das wäre was, dachte Iris hingebungsvoll. Wenn die Liebe ein Rührteig wäre! Im Geiste mischte sie Liebesknochen mit Honigküssen und Lebkuchenherzen (Flacke, Schloss Einstein: Der gestohlene Hit, 2013).
  • Honigrede f. süße, wohlklingende Rede Dem gerissenen Handelsmann imponiert weder der Kanonendonner noch beschmeichelt ihn die Honigrede des Dolmetschers (St. Zweig, Magellan: Der Mann und seine Tat, 1938).
  • Honiglecken n. (2) etwas Angenehmes Der Aufenthalt in deutschen Gefängnissen ist entgegen weitverbreiteten Legenden kein Honiglecken (Berliner Zeitung, 08.03.2005). - Daß diese Reise kein Honiglecken sein würde, wußten auch die Brasilianer (Die Zeit, 10.05.1963).
  • Honigschlecken n. etwas Angenehmes Doch das Leben ist kein Honigschlecken (Berliner Zeitung, 25.09.2004). - Das Leben und die Arbeit waren zwar auch damals kein Honigschlecken, aber die Zahl derer, die unfroh und unzufrieden in ihrem Wirken lebten, war gering (Die Zeit, 12.02.1953).
  • Honiggeschwulst f. Balggeschwulst, die eine honigartige Masse enthält Die Fett-, Grützbeutel- und Honiggeschwulste. Auch diese sind eine Art Abscesse und unterscheiden sich von ihnen dadurch, dass die Abscesse im eigentlichen Sinne entzündet und schmerzhaft sind (Janus, 1912).
  • Honigtau m. zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt verschiedener Schnabelkerfe und ZikadenHonigtau ist ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt verschiedener Schnabelkerfe (Hemiptera), vor allem der Blattläuse (Aphidina), Schildläuse (Coccina), Blattflöhe (Psyllina) und Mottenschildläuse (Aleyrodina) sowie verschiedener Zikaden (Auchenorrhyncha) (https://de.wikipedia.org/wiki/Honigtau, gesehen am 24.05.2014). - Honigtau (Blatthonig, Melligo, Mel aeris, Ros mellis), eine zuckerhaltige, klebrige Flüssigkeit, die bisweilen auf den Blättern der Pflanzen als ein gleichmäßiger Firnis oder in Form kleiner Tröpfchen auftritt oder auch auf die darunter befindlichen Gegenstände abtröpfelt und dieselben befeuchtet (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1907, s.v.).
  • Honig aus etwas saugen an etwas Freude habenDie rechtsextreme Partei werde aus einem möglichen Scheitern des Verbots "nicht viel Honig saugen" können, sagte der Innenminister (Berliner Zeitung, 10.03.2003). - Wir wollen lieber ungerechtfertigte Vorwürfe ertragen, als noch einmal gewissenlosen und verantwortungslosen Demagogen zum Opfer zu fallen, die aus solchen Fehlern Honig saugen, dabei aber die Demokratie selbst zerschlagen (Die Zeit, 13.06.1946).
  • jemandem Honig um den Mund schmieren jemandem schönredenAuf der Pressekonferenz vor dem Spiel schmierte Italiens Trainer Antonio Conte der deutschen Mannschaft so viel Honig um den Mund, dass man sich fragen musste, ob dieser Conte der gleiche Mann ist, der am Spielfeldrand regelmäßig explodiert (Die Zeit, 03.07.2016). - Ich schmiere euch keinen Honig um den Mund und tröste euch nicht mit flankierten Maßnahmen (Die Zeit, 03.11.1967).
  • jemandem Honig um den Bart streichen jemandem schönredenWem schmieren Sie eigentlich Honig um den Bart? (Berliner Zeitung, 15.08.2002). - Aus dieser wahrhaften Geschichte folgt, daß man bei Jubiläumsreden nicht tadeln, sondern nur loben soll, aber andererseits darf dies nicht dazu führen, dem Betreffenden so viel Honig um den Bart zu schmieren, daß dieser davon krank und elend wird (Baudissin, Spemanns goldenes Buch der Sitte, 1901).