Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Rumpf m., (älter) Rumpff
Gen. Sg. Rumpf(e)s
Nom. Pl. Rümpfe

Bedeutung "Körper ohne Extremitäten", substantivisches Determinativkompositum mit Personenbezeichnung als Vorderglied

  • Jungfrauenrumpf m. Oberkörper einer Jungfrau Auf dem Kübelhelm ein gekrönter Jungfrauenrumpf , dessen Bekleidung in die mantelartigen Decken übergeht (Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereins zu Wien 3, 1875).
  • Menschenrumpf m. Oberkörper eines Menschen Sie entfloh in jene dämmerige Gasse, vor das glänzende Schaufenster, und conversirte mit jenem Orange-Wesen, dem fabelhaften Menschenrumpf, dem entzückenden Ueberbleibsel aus einem fernen, vielleicht indischen Geschlecht (Panizza, Visionen, 1893). - Auf einen Menschenrumpf den Kopf des Pferdes passen, / Ist wie Horaz uns lehrt, dem Dichter nicht vergönnt (Lenz, Was ist Satyre?, 1781). - Einen solchen Habichtskopf mit einem Menschenrumpfe findet man noch auf einem ägyptischen Marmor, den man daher ebenfalls für ihn annimmt (Hederich, Gründliches mythologisches Lexikon, 1770, s.v. Osiris).
  • Tartarrumpf m. Oberkörper eines Tartaren Dort röchelt erst ersäuft ein Körper in dem Sumpf; / Hier überwarf sich noch ein warmer Tartarrumpf (Gottsched, Versuch einer critischen Dichtkunst, 1730).

Bedeutung "Körper ohne Extremitäten", substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Vorderglied

  • Drachenrumpf m. Rumpf eines Drachen Der Stier aber nahm den Drachenrumpf auf seine Hörner und schleuderte ihn nach den Wolken, also daß keine Spur mehr von ihm zu sehen war (Haltrich, Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen, 1856).
  • Pferderumpf m. Rumpf eines Pferdes Dann wird durch diesen Druck eine Neigung des ganzen Pferderumpfes über die Beine hinweg nach rückwärts hervorgebracht (Krane, Die Dressur des Reitpferdes, 1856).

Bedeutung "Körper ohne Extremitäten", substantivisches Determinativkompositum mit metaphorischer Größenbezeichnung als Vorderglied

  • Zwergrumpf m. sehr kleiner menschlicher Rumpf M-en mit regelwidriger Kleinheit der Theile (Zwergbildung); es sind alle Körperorgane vorhanden, aber einige od. eins u. das andere sind zu klein, z.B. Zwergleib, Zwergkopf, Zwergrumpf, Zwergglieder (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Mißgeburt).

Bedeutung "Körper ohne Extremitäten", substantivisches Determinativkompositum mit relationaler Positionsbezeichnung als Vorderglied

  • Mittelrumpf (1) m. mittlerer Teil eines Rumpfes so wäre das Ergebniss ein Embryo mit vorhandenem vorderen und hinteren Leibesabschnitt, fehlendem Mittelrumpf, immer aber vorhandenem Dottersack (Gegenbaurs Morphologisches Jahrbuch, 1880).
  • Vorderrumpf (1) m. vorderer Teil eines Rumpfes Lophyropoda, Abtheilung der Kiemenfüße bei Cuvier; haben haarige, nur zum Schwimmen eingerichtete Füße, einen mit dem Vorderrumpf verwachsenen Kopf (Pierer's Universal-Lexikon, 1860, s.v. Lophyropoda).

Bedeutung "Stumpf, Stummel", substantivisches Determinativkompositum mit Pflanzenbezeichnung als Vorderglied

  • Baumrumpf m. Baumstumpf, abgeschnittener Stamm ohne KroneWährend der Wagen und Cäsars Pferd auf der Straße hielten, gingen sie dem einladenden Ruheorte entgegen und setzten sich auf abgesägte Baumrümpfe nieder (Gutzkow, Wally, die Zweiflerin, 1835).

Bedeutung "Stumpf, Stummel", substantivisches Determinativkompositum mit metaphorischer Materialbezeichnung als Vorderglied

  • Marmorrumpf m. (2) marmorartiger unterer Teil eines Berges Mit seinen tiefen Schneerinnen im dunkeln Gneis der Gebirgsschicht und mit der rundgewölbten Firn, scheint er ein Zauberdom mit silberner Kuppel und silbernen Säulenthoren, aus schwarzem Marmorrumpfe gefügt (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bedeutung "Stumpf, Stummel", substantivisches Determinativkompositum mit geometrischer Formbezeichnung als Vorderglied

  • Kegelrumpf m. Unterteil eines Kegels ohne Spitze Wäre der Kegel concav (etwa ein Kegelrumpf, auf dessen kleinerem Kreise die Anamorphose anfliegt, während man vom grösseren aus in den Rumpf hineinsieht), so würde im Allgemeinen jeder Punkt mehrfach gesehen (Zeitschrift fur Mathematik und Physik 39, 1894). - Nicht minder unbequem, als die obige Formel, wird auch das Verfahren, den Kegelrumpf aus der Differenz seines Ergänzungsstückes und des ganzen Kegels zu berechnen (Allgemeine Forst- und Jagdzeitung, 1833).
  • Pyramidenrumpf m. Unterteil einer Pyramide ohne Spitze Da aber die Tropfenwand näher gekommen, auch der Mond indessen höher gestiegen war, verwandelte sich der Pyramidenrumpf augenblicklich in den schönsten vollendeten Regenbogen (Annalen der Physik 11, 1802).

Bedeutung "kompakte Landmasse ohne Inseln und Halbinseln", substantivisches Determinativkompositum mit geographischer Bezeichnung als Vorderglied

  • Festlandsrumpf m. Festland ohne Inseln und Halbinseln Die übliche kartographische Darstellung, die das Gebirge der Halbinsel über diese hinaus in den Festlandsrumpf fortsetzt, ist unrichtig (Dr. A. Petermanns Mitteilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt 32, 1886).

Bedeutung "kompakte Landmasse ohne Inseln und Halbinsel", substantivisches Determinativkompositum mit adjektivischer geographischer Bezeichnung als Vorderglied

  • Kontinentalrumpf m. Kontinent ohne Inseln und Halbinseln Man sollte aber meinen, daß die von drei Seiten vom Meer umspülte, nirgends sehr breite Halbinsel für die Verkehrsschwierigkeiten im Innern dadurch etwas entschädigt würde, daß sie im Gegensatz zum ungefügen Kontinentalrumpf, dem sie sich angliedert, den Vorzug der Inseln genösse, überall leicht dergroßen billigen Verkehrsstraße des Meeres sich bedienen zu können (Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 72, 1899).

Bedeutung "Gefäßcorpus ohne Zubehör", substantivisches Determinativkompositum mit Gefäßbezeichnung als Vorderglied

  • Fassrumpf m. Corpus eines Fasses Das Material des Fassrumpfes sowohl als der Böden ist Stahlblech (Dinglers polytechnisches Journal 305-306, 1897).

Bedeutung "Gefäßcorpus ohne Zubehör", substantivisches Determinativkompositum mit Klassifikationsbezeichnung als Vorderglied

  • Hauptrumpf m. (1) größtes und wichtigstes von mehreren Gefäßen Ein kleiner Rumpf, welcher die Kohlen für eine, in gleicher Höhe liegende Retortenreihe einer Ofenseite fasst, ruht auf einem Wagen, der auf dem vorerwähnten Schienengeleise bewegt und unter den Hauptrumpf zum Füllen gefahrenwird (Das Gas- und Wasserfach, 1892)

Bedeutung "Fahrzeugcorpus ohne Aufbauten", substantivisches Determinativkompositum mit Fahrzeugbezeichnung als Vorderglied

  • Bootsrumpf m. Bootscorpus ohne Aufbauten So will Oscar Scherr in Malapane für den Bootsrumpf Eisengerippe mit Kautschuküberzug verwenden (Gewerbefleiss 74, 1895).
  • Schiffsrumpf m. Schiffscorpus ohne Aufbauten Diese Kasten (auch lebendiges Werk genannt) haben ungefähr die Form eines Schiffsrumpfes (Pierer's Universal-Lexikon, 1858, s.v. Docks). - Und steckt nicht noch dort die Kugel im Schiffsrumpfe in dem gesplitterten Barkholz, die wir vorhin abgeschossen haben, und Zeugnis von gebrauchter Gewalt gegen uns ablegen würde? (Nettelbeck, Eine Lebensbeschreibung, von ihm selbst aufgezeichnet, 1821-23).

Bedeutung "Fahrzeugcorpus ohne Aufbauten", substantivisches Determinativkompositum mit Materialbezeichnung als Vorderglied

  • Holzrumpf m. Fahrzeugrumpf aus Holz Von nun an schlugen die Kugeln regelmässig durch Panzer, Holzrumpf und innere Verkleidung und drangen tief in das Granit-Mauerwerk ein (Streffleurs militärische Zeitschrift 2-3, 1862).

Bedeutung "Gebäudecorpus ohne Aufbauten", substantivisches Determinativkompositum mit Gebäudebezeichnung als Vorderglied

  • Kirchenrumpf m. Kirchengebäude ohne Aufbauten Der spitze grellschwarze Schieferthurm der alten Kirche, der in der Abendröthe silbergrau geschillert, ragte jetzt mit kalter Schärfe in die durchsichtige Dämmerluft, während das stumpfe Ziegelroth des Kirchenrumpfes sich zu blassem Rosa abtönte (Bleibtreu, Größenwahn, 1888).

Bedeutung "offener Behälter", substantivisches Determinativkompositum mit Nutzmaterialbezeichnung als Vorderglied

  • Harzrumpf m. (2) Transportbehälter für Harz Der Harzrumpf ist bey den Harzscharrern ein Gefäß, worein das Harz gegossen wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Rumpf).
  • Kohlenrumpf m. Transportbehälter für Kohlen Das erreicht man durch einen mindestens 40 bis 50 t fassenden Kohlenrumpf, aus welchem man die Kohlen mittelst Regulirschiebers in ganz gleichmässigem Strom auf das Leseband laufen lässt (Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen im Deutschen Reich 43, 1895). - VV ist der Kohlenrumpf, in welchem die Kohlen durch die Raspel X zerkleinert werden und aus welchem sie auf den Rost fallen (Verdam/Schmidt, Die Grundsätze nach welchen alle Arten von Dampfmaschinen zu beurtheilen und zu erbauen sind, 1835).
  • Speiserumpf m. Transportbehälter für Speismaterial Ein hölzerner Speiserumpf wird in der Regel über den Walzen placirt (Andés, Vegetabilische Fette und Oele, 1896).
  • Ziegerrumpf m. Transportbehälter für Molkenkäse Dies Geschirr, oder in der ländlichen Sprache Zieger-Rumpf genannt, mußte dann an einen warmen Ort, insgemein an die Seite eines eingeheizten Ofens hingestellt werden, wo die innere Masse nach einigen Wochen fester, aber sehr starkund übelriechend geworden war (Zay, Goldau und seine Gegend, 1807). - Der Ziegerrumpf, im Oberdeutschen, ein Gefäß aus Baumrinden, worein der Zieger gegossen wird (Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, 1798, s.v. Rumpf).

Bedeutung "offener Behälter", substantivisches Determinativkompositum mit Nomen actionis als Vorderglied

  • Beschickungsrumpf m. technischer Behälter zur Beschickung mit Material Der Spalt im Ofengewölbe, durch welchen die Platten eingelassen werden, und welcher nur bis zum Centrum reichen würde, setzt sich ganz querüber fort, um den Beschickungsrumpf aufzunehmen (Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure 16, 1873).

Bedeutung "offener Behälter", substantivisches Determinativkompositum mit verbalem Vorderglied

  • Aufschütterumpf m. technischer Transportbehälter zum Aufschütten von Material Die Förderwalze H besteht aus einem aus einzelnen Stücken zusammengesetzten Kasten, in welchem eine geriffelte Walze lauft, die mittelst ihrer Riffeln das Getreide aus dem Aufschütterumpf oder Zuführungsrohr in die Netzschneckebefördert (VDI-Z: Zeitschrift für die Entwicklung, Konstruktion, Produktion 15, 1871).
  • Entladerumpf m. technischer Transportbehälter zum Entladen von Material Die Seilbahn, einschliesslich Gerüst, Schienen und Weichen, Drahtseil und Transmission, Wagen, Entladerumpf etc., hat Fr. 20691,45 gekostet (Das Gas- und Wasserfach 42, 1899).
  • Füllrumpf m. technischer Transportbehälter zum Nachfüllen von Material Mittels einer Schnecke, die durch einen Füllrumpf gespeist wird, schiebt man das Schmelzgut den Kohlenelektroden zu (VDI-Z: Zeitschrift für die Entwicklung, Konstruktion, Produktion 40, 1896).
  • Mischrumpf m. technischer Behälter zum Mischen von Material Um eine Entzündung der Coks zu verhindern, wird in den Mischrumpf Wasserdampf eingeführt (VDI-Zeitschrift 20, 1876).
  • Pressrumpf m. technischer Behälter zum Pressen von Material #3. das Pressenhaus mit dem darüber befindlichen Füllboden mit Fülltrichter (Preßrumpf) (Zeitschrift für Bergrecht 29, 1888).