Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Wein m.
Gen. Sg. Weins: auch: Weines
Gen. Pl. Weine
Wein ist ein alkoholisches Getränk aus dem Saft vergorener Weinbeeren, also den Früchten der Weinrebe (Vitis vinifera). Bei der Weißweinherstellung werden die Weinbeeren zuerst in einer speziellen Presse, der Kelter (regional auch Torkel und Trotte) ausgepresst und zu zunächst alkoholfreiem (Trauben-)Most verarbeitet, der durch die in den Beeren vorhandene Weinhefe zur Gärung kommt. Die verbleibenden Beerenrückstände, Trester oder Treber genannt, können entweder zu anderen Getränken weiterverarbeitet werden (Tresterbrand u.ä.) oder werden für die Tierfütterung verwendet. Bei der Rotweinherstellung werden dagegen die aufgebrochenen Weinbeeren als sogenannte Maische zur Gärung gebracht, damit die vorhandenen Farbstoffe in den Wein eingehen. Erst anschließend wird der Wein gekeltert. Die Gärung des Weins erfolgt normalerweise in Fässern, in denen sich nach erfolgter Durchgärung die Weinhefe am Boden absetzt. Diese wird durch den sogenannten Abstich entfernt und der Wein zum Ausreifen in einen anderen Behälter umgefüllt. Dort lagert er normalerweise zwischen 6 Monaten und mehreren Jahren.
Der Alkoholgehalt von Wein liegt in der Regel zwischen 9 und 14 %. Gärender Most gilt nach der derzeit geltenden Regelung erst dann als Wein, wenn er mindestens 8,5 % Alkohol enthält.
Die Weinrebe verlangt ein bestimmtes Klima und bestimmte Böden, daher wird nicht in allen Regionen Deutschlands Wein angebaut. Besonders produktiv sind die großen Flusstäler von Rhein, Main, Mosel und Neckar, doch werden auch in kleineren Weinregionen oft Weine von überregionalem Ruf hergestellt. Der Konsum unterliegt, wie das bei allen Genussmitteln der Fall ist, auch gewissen Moden. Neben der inländischen Produktion wird Wein auch in großem Umfang importiert, wobei die Weine aus den südeuropäischen Ländern und aus Frankreich den größten Anteil ausmachen. Aber auch südafrikanische oder australische Weine werden in Deutschland getrunken.
Als Wein in weiterem Sinn bezeichnet man auch alkoholische Getränke aus anderen Beeren als denen der Weinrebe. Dass diese sogenannten Obst- oder Fruchtweine jedoch nicht prototypisch sind, zeigt die Tatsache, dass bei der Bezeichnung dieser weinähnlichen Getränke das Ausgangsprodukt stets mitbezeichnet wird: Es heißt also Apfel- oder Johannisbeerwein, während das Kompositum Traubenwein für den "echten" Wein nur in bestimmten Kontexten als Kontrastbildung verwendet wird.
Lexikalisch ist das Simplex Wein polysem und bezeichnet ebenso die Pflanze Vitis vinifera wie das daraus erzeugte Getränk.