Grammatik-Angaben

Nom. Sg. Zunft f.
Gen. Sg. Zunft
Nom. Pl. Zünfte
 
Die historischen Zünfte waren berufsständische Vereinigungen von städtischen Handwerkern, Handeltreibenden und anderer Berufsgruppen in nahezu ganz Europa. Sie entstanden im 11./12. Jahrhundert und existierten bis ins 19. Jahrhundert. Die Zünfte dienten zur Wahrung gemeinsamer Interessen: Regelung von Ausbildung, Arbeitszeit, Zahl der Beschäftigten, Löhnen, Festlegung von Qualitätsstandards und der Preise. Die Zünfte basierten auf Statuten, die für alle galt. Entscheidungsberechtigt waren in der Regel aber nur die Meister. Die Mitgliedschaft in einer Zunft war für Handwerker obligatorisch. Dadurch ergaben sich Kontrollmechanismen auf lokaler Ebene. Dafür übernahmen die Zünfte die soziale Absicherung ihrer Mitglieder. Es gab Kassen für die Unterstützung von Armen, Alten, Kranken und Arbeitslosen, Witwen und Waisen. Mit der Entwicklung der Städte drängten die Handwerker über die Zünfte in die Stadträte. Im 19. Jahrhundert wurden die Zünfte aber zu einem Hindernis für den sich entwickelnden Kapitalismus, der einen freien Markt forderte. Es kam zu Abschaffung der Zünfte in ganz Europa.

Autorin: Bettina Bock