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Artikelübersicht nach Wortfeldern

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Mensch

> Ethik > Moral > dou ➚ Artikel: dou

Lemma nicht bezeugt. dou: Wortfeld • Althochdeutsch • Frame/Zusammenfassung Autorinnen: Bettina Bock und Sabine Ziegler

> Ethik > Tugend ➚ Artikel: Tugend

(in Bearbeitung)Tugend bezeichnet ethisch korrektes Verhalten in seiner Gesamtheit oder einzelne Aspekte davon. Auffällig im aktuellen Gegenwartsdeutsch ist, das viele Elemente bei der Wortfeldanalyse als "veraltet" oder "abwertend" o.ä. charakterisiert sind. Das lässt an das Konzept der Sekundärtugenden (neben den auf Platon zurückgehenden Kardinaltugenden) denken, die auf Carl Amery (1963: Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute. Reinbek: Rowohlt. ) zurückgeht. Danach sind Werte wie Anstand, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß usw. sekundär, weil sie ihr Ziel nicht in sich tragen, sondern dies nur durch den Bezug auf die Kardinaltugenden gewinnen. Der Terminus erhielt im politischen Diskurs vor allem seit den 60er Jahren eine stark pejorative Konnotation, da ein Großteil dieser Tugenden elementarer Bestandteil der militärischen und nationalsozialistischen Ideologie war. Zu den Primär- oder Kardinaltugenden erklärte Platon (427–347 v.Chr.): Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit, im Dialog „Protagoras“ wird noch die Frömmigkeit dazugestellt. Dieses Konzept wurde von der Stoa aufgegriffen, später von den Römern (z.B. von Cicero). In der christlichen Lehre wurde die Vierzahl der Kardinaltugenden um die theologischen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe ergänzt, die nur durch Gnade erreichbar sind (Wesentliches dazu findet sich vor allem bei Thomas von Aquin [um 1225–1274]). Aktuell wird aber eine Hinwendung zu den verschiedensten Tugenden v.a. in der Pädagogik wieder stärker diskutiert. Einzelne Tugenden werden auch durch Bestseller und Blockbuster positiv bewertet. Autorin: Bettina Bock  

> Ethik > Tugend > Fleiß ➚ Artikel: Fleiß

(in Bearbeitung) Fleiß hat wie andere menschliche Eigenschaften, die als Tugenden aufgefasst werden, im 20. Jahrhundert eine starke Umbewertung erfahren: In der ersten Hälfte waren diese Tugenden sehr geschätzt. In der zweiten Hälfte wurden sie als preußische Tugenden oder Sekundärtugenden vor dem Hintergrund der Erfahrung zweier von Deutschland ausgegangener Weltkriege zunehmend kritisch gesehen. In der Erziehung und in der Arbeitswelt sind sie aber bis heute hoch angesehen. Mit der Genderdebatte erfolgte jedoch auch in diesen Bereichen eine differenzierte Bewertung, wenn etwa Mädchen und Frauen als besonders fleißig, aber dabei als weniger erfolgreich als Jungen und Männer betrachtet werden. Fleiß wird ferner bei der Diskriminierung von Ausländern oder anderen Völkern als Kriterium der Bewertung herangezogen. Autorinnen: Bettina Bock/Dorottya Zsófia Koppenhagen

> Ethik > Kardinaltugend > Besonnenheit ➚ Artikel: Besonnenheit

Die Besonnenheit ist eine der Kardinaltugenden (Platon). Sie zielt auf die Anwendung des Verstandes vor Entscheidungen und Handlungen. Autorin: Bettina Bock

> Ethik > Kardinaltugend > Tapferkeit ➚ Artikel: Tapferkeit

(in Bearbeitung) Die Tapferkeit ist eine der Kardinaltugenden (Platon). Sie zielt auf unerschrockenes Verhalten in einer Gefahrensitutation oder einer anderen schwierigen Situation, ggf. unter Einsatz von Leib und Seele. Autorin: Bettina Bock

> Ethik > Kardinaltugend > Weisheit ➚ Artikel: Weisheit

Die Weisheit ist eine der Kardinaltugenden (Platon). Im Anschluss an die Eule als Symboltier der griechischen Göttin der Weisheit, Athene, steht die Eule bis heute für diese Tugend. Autorin: Bettina Bock

> Ethik > Pflicht ➚ Artikel: Pflicht

Die Pflicht ist eine Aufgabe, die man sich in der Regel nicht selbst wählt. Die Aufgabe erwächst aus dem sozialen Miteinander von Menschen, d.h. sie ist gesetzlich, moralisch, religiös usw. motiviert. Pflichten sind bindend, d.h. sie müsen erfüllt werden. Das vom Frühneuhochdeutschen bis zum Älteren Neuhochdeutschen reichende Merkmal <IST: verbunden mit Eid> ist im Wort Pflicht selbst nicht mehr präsent, aber in Ableitungen wie verpflichten. Autorin: Bettina Bock

> Gesellschaft > Gemeinschaft > Gilde ➚ Artikel: Gilde

Die Gilde ist ein Zusammenschluss von Menschen mit gemeinsamen Interessen. Ursprünglich war es ein Zusammenschluss von Kaufleuten (siehe Etymologie), dann auch von Handwerkern. Diese Gilden waren fest strukturiert und lokal begrenzt. In Analogie entstanden weitere Arten von Gilden wie Schützengilden oder Narrengilden. Ferner kam es zur Übertragung auf Menschen, die ein gemeinsamer Beruf eint, ohne dass sie aber in einer Gemeinschaft organisiert sind. Autorin: Bettina Bock

> Gesellschaft > Gemeinschaft > Zunft ➚ Artikel: Zunft

Die historischen Zünfte waren berufsständische Vereinigungen von städtischen Handwerkern, Handeltreibenden und anderer Berufsgruppen in nahezu ganz Europa. Sie entstanden im 11./12. Jahrhundert und existierten bis ins 19. Jahrhundert. Die Zünfte dienten zur Wahrung gemeinsamer Interessen: Regelung von Ausbildung, Arbeitszeit, Zahl der Beschäftigten, Löhnen, Festlegung von Qualitätsstandards und der Preise. Die Zünfte basierten auf Statuten, die für alle galt. Entscheidungsberechtigt waren in der Regel aber nur die Meister. Die Mitgliedschaft in einer Zunft war für Handwerker obligatorisch. Dadurch ergaben sich Kontrollmechanismen auf lokaler Ebene. Dafür übernahmen die Zünfte die soziale Absicherung ihrer Mitglieder. Es gab Kassen für die Unterstützung von Armen, Alten, Kranken und Arbeitslosen, Witwen und Waisen. Mit der Entwicklung der Städte drängten die Handwerker über die Zünfte in die Stadträte. Im 19. Jahrhundert wurden die Zünfte aber zu einem Hindernis für den sich entwickelnden Kapitalismus, der einen freien Markt forderte. Es kam zu Abschaffung der Zünfte in ganz Europa. Autorin: Bettina Bock

> Hausrat ➚ Artikel: Hausrat

Hausrat bezeichnet die Gesamtheit der zu einem Haushalt gehörenden Sachen, also Möbel, Teppiche, Vorhänge und ähnliche Einrichtungsgegenstände, Küchengeräte, Geschirr usw. Durch die zunehmende Urbanisierung verlieren Hausrat sowie alle seine Synonyme, die vom Alt- oder Mittelhochdeutschen bis ins Neuhochdeutsche überliefert sind, im Älteren Neuhochdeutschen die Bedeutungskomponente „inklusive Tiere“, da Viehhaltung in Städten kaum möglich ist. Auch die im Älteren Neuhochdeutschen aufgekommenen Wörter Ausstattung und Einrichtung sowie die Lehnwörter Mobiliar und Mobilien bezeichnen nur unbelebte Gegenstände; einzig das Lehnwort Inventar umfasst auch Tiere. Die Urbanisierung setzt in Deutschland zum Ende des 18. Jh.s ein. Autorin: Sabine Ziegler